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Die Krise hält sich nicht an Regeln

Ach herrje, jetzt will auch Max Otte kein #crashprophet mehr sein. Na klar, wenn man Bücher mit Titeln wie „Der Crash kommt“, „Weltsystemcrash“, „Die Krise hält sich nicht an Regeln“ schreibt. Wird halt immer missverstanden der Mann... 😂

Richtig stark ist dafür die Selbstbeweihräucherung der bestenfalls mittelmäßigen Performance seiner Fonds.

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„Je unsicherer die Zeiten werden, umso mehr klammern sich viele an einfache Glaubenssätze“

Im Interview mit FondsDISCOUNT.de gibt Börsenexperte Prof. Dr. Max Otte einen Einblick in sein neues Buch: „Die Krise hält sich nicht an Regeln“. Im lockeren Frage-Antwort-Format beleuchtet es kritisch die aktuellen Entwicklungen in der Wirtschaft.

rof. Dr. Max Otte: Der Verlag trat mit der Idee an mich heran, das Buch von 2010 zu aktualisieren, dann hätte man schnell wieder einen etablierten Titel am Markt. Ich habe gleich gesagt, dass in den zehn Jahren so viel passiert ist, dass ich ein weitgehend neues Buch schreiben muss. Das ist dann auch passiert. Drei Viertel des Buches sind komplett neu geschrieben. Gleichzeitig war es aber auch spannend zu sehen, dass viele meiner Thesen zum politischen System erstaunlich gut die Zeit überdauert haben. So finden sich gelegentlich kurze Rückblicke zur Zeit vor zehn Jahren.

Der Untertitel ist wortwörtlich zu nehmen: Die 99 Fragen beantworten Sie im Stil eines Interviews, unterbrochen durch Exkurse, die Hintergrundwissen zu ein paar der angesprochenen Themen bereitstellen. Warum haben Sie sich für dieses Format entschieden?

Die Idee ging auf einen bekannten Wirtschaftsjournalisten zurück, der heute allerdings bei der Social-Media-Abteilung eines DAX-Konzerns arbeitet. Nach dem 600 Seiten dicken „Weltsystemcrash“ fand ich es gut, ein etwas lockereres Format zu haben, um aktuelle Entwicklungen zu beleuchten. Weltsystemcrash ist das Basiswerk, „Die Krise hält sich nicht an Regeln“ aktualisiert die dortigen Ausführungen und fügt die Themen Corona und politisches System beziehungsweise Lobbyismus hinzu.

Schwerpunkt des Buches ist – wie der Untertitel verrät – die Corona-Krise. Sie gehen aber auch auf weitere Themen ein, die damit im engeren oder weiteren Sinne zusammenhängen. Können Sie uns einen kurzen Überblick über den thematischen Aufbau des Buches geben?

Ich versuche, die Welt aus dem Blickwinkel des politischen Ökonomen zu verstehen. Als ich meine Professur an der Universität Graz hatte, sagte mir der junge Dekan der Wirtschaftswissenschaften, dass die Ökonomen zwar gut darin seien auszurechnen, wie Regeln sich auf den Märkten auswirken, aber nicht gut zu analysieren, wie diese Regeln entstehen.

Unter diesem Blickwinkel mache ich eine Bestandsaufnahme der Weltwirtschaft, analysiere die ökonomischen Auswirkungen von Corona sowie der Verschiebungen in der Weltwirtschaft und der Rivalität zwischen den USA und China und den Abstieg Europas. Ich werfe einen kritischen Blick auf die Ökonomie und die Ökonomen, spreche über Lobbyismus, das politische System, Inflation, Deflation und die Regulierung der Kapitalmärkte.

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